7. Semester
Die Arbeit Diffus ist eine Fotografie, die mit verbundenen Augen aufgenommen wurde. Es ist aus der Idee
entstanden, den Perfektionismus zu umgehen und seine übrigen Sinne, hauptsächlich das Hören und Fühlen, zu schulen. Beim Fotografieren wurde also durch das fehlende Sehen mit dem Zufall des Ausschnittes gespielt. Zwar hat das Bild einen Vorder- und Hintergrund, die Konturen verschwimmen jedoch ineinander und die Komposition verzichtet absichtlich auf die gewohnte Schärfe. Es wirkt damit weniger komplex. Die verwaschenen Farben finden sich zwischen Komplementär und Warm-Kalt Kontrast wieder. Sie geben dem Körper trotz unklarer Konturen eine dreidimensionale Optik. Der weiblich gelesene Oberkörper wird wie eine Landschaft im Motiv präsentiert. Das Werk bewegt sich in einem schwingenden Zustand der Komplexität und Einfachheit, Erkennbarkeit und Unerkennbarkeit, Verstehen und Interpretation.